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05.07.2013 - Zwei Unternehmen machen die Luft keimfrei

Waldburger Firma PPM und Bodnegger Firma Hecht haben den Innovationspreis der VR-Banken bekommen
Von Meike Stolp BODNEGG - Das Produkt heißt Asipund ist auf den ersten Blick etwasunscheinbar. Es sieht aus wie einMedikamentenwagen mit Dusch-kopf. Aber, was so unscheinbar aus-sieht, ist ein innovatives Luftkeim-Messsystem für Reinräume. Unddafür haben die beiden Unterneh-men „Pharmaprojektmanagementund Monitoringsysteme“ (PPM)aus Waldburg und „Hecht Automa-tisierungssysteme“ aus Bodneggden zweiten Innovationspreis derVolksbanken und Raiffeisenbankenerhalten. Zum ersten Mal ging derPreis an kooperierende Firmen. Ein Reinraum ist ein Raum, indem die Konzentration luftgetrage-ner Teilchen so gering wie nötig ge-halten wird. Reinräume werdenzum Beispiel in der Optik- und La-sertechnologie, der Luft- undRaumfahrttechnik, den Biowissen-schaften und der medizinischenForschung und Behandlung, derForschung und keimfreien Produk-tion von Lebensmitteln und Arznei-mitteln sowie in der Nanotechnolo-gie eingesetzt. Gerade beim Umgang mit Phar-mazeutika muss gesichert erwiesensein, dass die Räume keimfrei sind.„Die bisherigen Messgeräte“, sagtWolfgang Brugger von der FirmaPPM, „haben selber eine Ver-schmutzung in den Raum ge-bracht.“ Grund dafür sei auch, dassdiese Geräte mit Werkzeugen wievor 20 Jahren gebaut würden. Dasmissfiel auch den Pharmaherstel-lern, zu denen Brugger beruflichKontakt hatte. „Manche Kunden ha-ben sich sogar selbst was zusam-mengebastelt.“ Also reifte eine Idee. Und diese Idee sollte nicht allei-ne verwirklicht werden, sondernzusammen mit der Firma Hecht ausBodnegg-Rotheidlen. Die FirmaPPM arbeitet auf dem Gebiet Mess-technik im Pharmabereich. 2008wurde sie gegründet. Im selben Jahrfand PPM einen Partner für die Ent-wicklung und die Herstellung desAsip-Luftkeim-Messsystems. Unddas war Hecht Automatisierungs-systeme aus Bodnegg. Das Unter-nehmen ist spezialisiert auf kom-plette Automatisierungssystemefür verschiedenste Branchen undProduktionsanlagen. Getroffen haben sich die Firmen-chefs Wolfgang Brugger, JohannesHecht und Hans Peter Blum aufneutralem Grund: in Vogt. Ende2010 konnten die ersten Luftreini-gungsgeräte ausgeliefert werden.Dazu haben die Unternehmen In-vestitionskosten im unteren sechs-stelligen Bereich in die Hand ge-nommen. Das Luftkeim-Messsystem funk-tioniert ein bisschen wie ein Staub-sauger, nur viel leiser. Es saugt Luftdurch eine Membran an. MöglicheLuftkeime werden auf dem Gelati-ne-Membranfilter abgesondert.Nach der Messung wird die Schalemit dem Membranfilter auf eineNährmedienschale gebracht unddann bebrütet. So kann manschließlich erkennen, welche Kei-me sich in der Luft tummeln. 50 Pro-zent des Materials sind übrigensEdelstahl.Im Jahr 2012 haben die Firmenmit Asip etwa 600 000 Euro Umsatzgemacht. Der Blick geht nach vorne.„Die nächste Schwelle ist, das Pro-dukt marketingtechnisch auf einengrößeren Markt zu bringen“, sagtHans Peter Blum, Geschäftsführerder Firma Hecht. Johannes Hechtergänzt: „Das Produkt soll zukünf-tig unser viertes Standbein wer-den.“Die Vereinigung der Volks- undRaiffeisenbanken im Bezirk Ra-vensburg-Bodensee -Sigmaringenhaben im Mai zum vierten Mal fünfideenreiche und erfolgreiche Fir-men der Region prämiert. Die Fir-ma Hecht Automatisierungssyste-me und PPM Pharmaprojektmana-gement und Monitorsysteme habenden mit 4000 Euro dotierten zwei-ten Platz bekommen. 

Waldburger Firma PPM und Bodnegger Firma Hecht haben den Innovationspreis der VR-Banken bekommen

Von Meike Stolp
BODNEGG - Das Produkt heißt Asipund ist auf den ersten Blick etwasunscheinbar. Es sieht aus wie einMedikamentenwagen mit Duschkopf. Aber, was so unscheinbar aussieht, ist ein innovatives Luftkeim-Messsystem für Reinräume. Und dafür haben die beiden Unternehmen „Pharmaprojektmanagementund Monitoringsysteme“ (PPM) aus Waldburg und „Hecht Automatisierungssysteme“ aus Bodnegg den zweiten Innovationspreis der Volksbanken und Raiffeisenbanken erhalten. Zum ersten Mal ging der Preis an kooperierende Firmen.

Ein Reinraum ist ein Raum, indem die Konzentration luftgetragener Teilchen so gering wie nötig gehalten wird. Reinräume werden zum Beispiel in der Optik- und Lasertechnologie, der Luft- und Raumfahrttechnik, den Biowissenschaften und der medizinischen Forschung und Behandlung, der Forschung und keimfreien Produktion von Lebensmitteln und Arzneimitteln sowie in der Nanotechnologie eingesetzt.

Gerade beim Umgang mit Pharmazeutika muss gesichert erwiesen sein, dass die Räume keimfrei sind. „Die bisherigen Messgeräte“, sagt Wolfgang Brugger von der Firma PPM, „haben selber eine Verschmutzung in den Raum gebracht. “Grund dafür sei auch, dass diese Geräte mit Werkzeugen wie vor 20 Jahren gebaut würden. Das missfiel auch den Pharmaherstellern, zu denen Brugger beruflich Kontakt hatte. „Manche Kunden haben sich sogar selbst was zusammengebastelt.“ Also reifte eine Idee.

Und diese Idee sollte nicht alleine verwirklicht werden, sondern zusammen mit der Firma Hecht aus Bodnegg-Rotheidlen. Die Firma PPM arbeitet auf dem Gebiet Messtechnik im Pharmabereich. 2008 wurde sie gegründet. Im selben Jahr fand PPM einen Partner für die Entwicklung und die Herstellung des Asip-Luftkeim-Messsystems. Und das war Hecht Automatisierungssysteme aus Bodnegg. Das Unternehmen ist spezialisiert auf komplette Automatisierungssysteme für verschiedenste Branchen und Produktionsanlagen.

Getroffen haben sich die Firmenchefs Wolfgang Brugger, Johannes Hecht und Hans Peter Blum auf neutralem Grund: in Vogt. Ende 2010 konnten die ersten Luftreinigungsgeräte ausgeliefert werden. Dazu haben die Unternehmen Investitionskosten im unteren sechsstelligen Bereich in die Hand genommen.

Das Luftkeim-Messsystem funktioniert ein bisschen wie ein Staubsauger, nur viel leiser. Es saugt Luft durch eine Membran an. Mögliche Luftkeime werden auf dem Gelatine-Membranfilter abgesondert. Nach der Messung wird die Schale mit dem Membranfilter auf eine Nährmedienschale gebracht und dann bebrütet. So kann manschließlich erkennen, welche Keime sich in der Luft tummeln. 50 Prozent des Materials sind übrigens Edelstahl.

Im Jahr 2012 haben die Firmen mit Asip etwa 600 000 Euro Umsatzgemacht. Der Blick geht nach vorne. „Die nächste Schwelle ist, das Produkt marketingtechnisch auf einen größeren Markt zu bringen“, sagt Hans Peter Blum, Geschäftsführerder Firma Hecht. Johannes Hechter gänzt: „Das Produkt soll zukünftig unser viertes Standbein werden.“

Die Vereinigung der Volks- und Raiffeisenbanken im Bezirk Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen haben im Mai zum vierten Mal fünf ideenreiche und erfolgreiche Firmen der Region prämiert. Die Firma Hecht Automatisierungssysteme und PPM Pharmaprojektmanagement und Monitorsysteme haben den mit 4000 Euro dotierten zweiten Platz bekommen.




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