Presse > Presse Detail

12.07.2012 - Pressemitteilung: Besuch Kohler in Friedrichshafen

  • Volks- und Raiffeisenbanken im Bezirk Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen vermitteln 2011 rund 60 Millionen Euro Fördermittel – im gewerblichen Förderkreditgeschäft klar die Nummer 1
  • Lob für die Landesregierung: Vereinfachung der Fördersystematik war dringend nötig
  • Zahl der Existenzgründungsfinanzierungen steigt 2011 um ein Fünftel
  • Eigenkapitalbasis der VR-Banken deutlich gestärkt – weitere Kreditvergabe für die Wirtschaft ist gesichert

Isny, 12. März 2011

Die 15 Volks- und Raiffeisenbanken in den Landkreisen Ravensburg, Bodensee und Sigmaringen – zusammengeschlossen über die Bezirksvereinigung BZV – haben im Jahr 2011 von der anhaltenden Investitions- und Bautätigkeit nach der Finanzkrise profitiert. Die Kredite legten insgesamt um 2,1 Prozent auf 3,38 Milliarden Euro zu, die Kundeneinlagen stiegen noch deutlicher, und zwar um 3,57 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb ein nochmals gesteigertes Betriebsergebnis aller Banken in Höhe von 67,9 Millionen Euro (vor Risikobewertung) übrig – diese liegen in einer Spanne von 0,9 bis 1,8 Prozent. Das von wenigen Kreditausfällen geprägte Jahresergebnis stärkt das Eigenkapital der VR-Banken um 7,16 Prozent. Mit einem Gesamtkapital von nunmehr 544,6 Millionen Euro ist die Kreditvergabe für die privaten, gewerblichen und öffentlichen Kreditnehmer in der Region ausreichend gesichert. „Es gab und gibt bei uns keine Kreditklemme. Unsere Institute sind ohne staatliche Hilfe durch die Krise gekommen und gehen gestärkt aus ihr hervor“, sagte der BZV-Vorstandsvorsitzende Josef Hodrus bei der gemeinsamen Jahrespressekonferenz der VR-Banken in Isny.

Anlässlich der weltweiten, von der UNO ausgerufenen Aktion „Jahr der Genossenschaften 2012“ freute sich der BZV-Vorstandsvorsitzende Josef Hodrus auch über die vielen Vertrauensbeweise der Kunden gegenüber den heimischen Genossenschaftsbanken als Konsequenz aus den Erfahrungen in der Finanzkrise. „Unsere 15 Banken haben im vergangenen Jahr 3.835 Mitglieder hinzugewinnen können. 147.712 Menschen zwischen Bodensee, Sigmaringen und Allgäu sind jetzt Miteigentümer einer Volks- und Raiffeisenbank. Damit sind wir die größte Personenvereinigung in der Region und haben mehr Mitglieder als alle unsere Sportvereine. Auf die Bundesebene übertragen haben wir als genossenschaftliche Bankengruppe sogar mehr Mitglieder als die eigentlich mitgliederstärkste Personenvereinigung, der ADAC.“ Als wirtschaftlicher Faktor gelten die Volks- und Raiffeisenbanken nicht nur wegen ihrer Rolle als Kreditgeber in der Region, sondern auch als Steuerzahler und Arbeitgeber. „Wir schütten zur Mitte des Jahres Dividenden im Wert von 4,3 Millionen Euro aus, zahlen Gewerbe- und Ertragssteuern an die Kommunen und finanzieren Häuslebauer wie Gewerbetreibende. Unsere 1.108 Mitarbeiter sind in 131 Geschäftsstellen tätig und betreuen fast 300.000 Kunden. Keine andere Bankengruppe ist so stark in der Fläche verwurzelt wie wir“, sagte Hodrus.

Die Verbundenheit mit der regionalen Wirtschaft machte Hodrus an den Zahlen aus dem Kreditgeschäft fest. „2011 haben unsere Banken 110 Vollexistenzen bei den KMU-Unternehmen finanziell und beratend begleitet. Das ist ein Fünftel mehr als im Vorjahr.“ Andere Banken machten inzwischen einen großen Bogen um das Existenzgründergeschäft, weil es risikoreich, Margen-arm und beratungsintensiv ist. „Wir sehen uns aber auch als Wirtschaftsförderer. Jeder erfolgreiche Existenzgründer schafft neue Arbeitsplätze. Dieser Gründergeist ist für unsere Region nicht nur typisch sondern auch lebensnotwendig. Dieses Geschäft ist der Ursprung der Genossenschaftsbanken, dafür sind unsere Vorgängerinstitute vor über 160 Jahren gegründet worden.“ Das Volumen aller Existenzgründungen zusammen lag 2011 bei 9,6 Millionen Euro.

Auch beim Fördergeschäft – also bei der Weiterleitung von zinsverbilligten Darlehen, die von den staatlichen Banken KfW (Bund) oder L-Bank (Land Baden-Württemberg) stammen – halten sich viele Institute mittlerweile zurück, weil sie die Erträge lieber in ihren eigenen Büchern haben wollen. Nicht die VR-Banken: So liegt der gewerbliche Förderkredit-Marktanteil der Genossenschaftsbanken weit höher als ihr gesamter Marktanteil – nämlich bei 41 Prozent. „Rund 49 Millionen Euro sind 2011 über unsere Beratungsgespräche aus öffentlichen Fördertöpfen an die Betriebe in der Region geflossen. Beim privaten Wohnungsbau kommen noch einmal elf Millionen Euro hinzu. Dieses Vermittlungsgeschäft, das wir im Auftrag der Bundes- und Landesregierung betreiben, sichert Arbeitsplätze, überbrückt Liquiditätsengpässe, schont die Umwelt und bringt Wertschöpfung in unsere Landkreise.“

In diesem Zusammenhang lobte Josef Hodrus die ersten Entscheidungen der neuen Landesregierung, die unübersichtliche und auswuchernde Fördersystematik zu erleichtern. „Die Neuordnung der Förderprogramme war längst überfällig. 94 Prozent des gesamten Fördervolumens der L-Bank fließen in nur vier Programme. Tatsächlich gibt es aber eine Fülle von Fördertöpfen, die niemand versteht, kaum einer braucht und die deshalb auch nicht ausgeschöpft werden.“ Die Vereinfachung tritt am 1. April in Kraft. Vor allem energetische Maßnahmen werden künftig wieder mehr gefördert. „Die staatliche Förderung im privaten Immobilienbereich sowie in der Gewerbefinanzierung ist ein unverzichtbarer Baustein unserer regionalen Wirtschaft. Wir brauchen von der Politik dringend Investitionsanreize“, so Hodrus. „Die jetzige Vereinfachung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Angesichts der anhaltenden Debatte über die Schuld der Banken an den aktuellen Krisenherden brach der BZV-Vorsitzende eine Lanze für alle Mitarbeiter regional beheimateter Kreditinstitute. „Diese „Banker“ erhalten keine Boni und keine Abfindungen. Sie kennen jedes Haus und jeden Betrieb, weil sie entweder Kredite dafür genehmigt haben oder die Menschen kennen, die dort wohnen und arbeiten. Dieses bodenständige Arbeiten hat sehr viel mit Verantwortung und nur sehr wenig mit Renditegier zu tun.“ Eine Unterscheidung zwischen „guten Bankern“ und „bad Bankern“ finde in der Öffentlichkeit aber leider nicht statt – sehr zum Bedauern der Beschäftigten, „die trotz ehrlicher Arbeit die Last eines in Verruf geratenen Berufsstandes tragen müssen“.

In das Jahr 2012 sind die 15 Volks- und Raiffeisenbanken in der Region gut gestartet. „Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist nach wie vor hoch, die Kreditnachfrage hält unvermindert an, und auf der Einlagenseite spüren wir das Vertrauen, das uns die Kunden entgegenbringen.“ Erfreulich ist laut Hodrus, dass die Kreditausfallquote nach wie vor auf einem historisch niedrigen Stand verharrt. „Die Betriebe haben sich gestärkt und stehen heute besser da als noch vor der Krise. Unsere Wirtschaft ist robuster geworden.“ Für das laufende Geschäftsjahr erhoffen sich die Vorstände der VR-Banken daher anhaltend gute Zahlen. Das Wachstum wird aber wohl geringer ausfallen, was auf einen gewissen Sockeleffekt zurückzuführen ist.

Die kumulierten Bilanzzahlen der 15 Volks- und Raiffeisenbanken im Bezirk Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen im Jahr 2011:

Position 2010 (in TEUR) 2011 (in TEUR) Veränderung
Bilanzsumme 5.004.837 5.175.983 + 3,42 %
Kundenforderungen (Kredite) 3.310.373 3.380.534 + 2,12 %
Kundeneinlagen 3.778.786 3.913.816 + 3,57 %
Eigenkapital gesamt 508.178 544.587 + 7,16 %
Zinsüberschuss 131.700 132.881 + 1.181 TEUR
Provisionsüberschuss 36.935 38.237 + 1.302 TEUR
Betriebsergebnis vor Bewertung 1,27 1,31 in % der durchschn. Bilanzsumme
Mitarbeiter (31.12.) 1.101 1.108 + 7
Mitglieder 143.877 147.712 + 3.835

Daten & Fakten
Die Bezirksvereinigung der Volks- und Raiffeisenbanken.
Jede der 15 Volks- und Raiffeisenbanken in der Region Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen ist zu 100 Prozent selbstständig. Allerdings arbeiten die genossenschaftlichen Institute wegen der gemeinsamen Ausrichtung auf den Mittelstand und wegen ihres gemeinsamen Werteverständnisses traditionell eng zusammen. Die Institute bringen es zwischen Bodensee, Sigmaringen und Allgäu gemeinsam auf rund 300.000 Kunden, mehr als 1.000 Mitarbeiter und ein Kreditvolumen von 3,4 Milliarden Euro.

Die Banken und ihre Filialen im Überblick finden Sie hier: alle Banken




Diesen Artikel als PDF-Dokument herunterladen:


{if_files}Weitere Informationen zu diesem Artikel als PDF-Dokumente herunterladen:

zurück