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23.03.2015 - VR-Banken sehen sich mit ihrem bodenständigem Geschäftsmodell weiter im Aufwind

  • Sowohl im Eigenlagen- wie auch im Kreditbereich deutliche Zuwächse
  • Hohes Kundenvertrauen gegenüber den VR-Banken in der Region
  • Eigenkapitalbasis mehr als doppelt so stark wie von der EZB gefordert
Bad Waldsee, 23. März 2015

Mehr Mitglieder, mehr Wohnbaufinanzierungen, mehr Einlagen und mehr Unternehmenskredite – 2014 war für die Volks- und Raiffeisenbanken in der Region Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen erneut ein starkes Geschäftsjahr. "Wir liegen mit unserem bodenständigen Geschäftsmodell, mit unserer Serviceorientierung, mit unserer Konzentration auf unsere jeweiligen Geschäftsgebiete und mit der starken Mitgliederorientierung voll im Trend", sagte Franz Schmid, Vorstandsvorsitzender der Bezirksvereinigung der Volks- und Raiffeisenbanken in der Region Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen (BZV), bei der Jahrespressekonferenz in Bad Waldsee. "Die von uns hereingenommenen Einlagen werden 1:1 wieder in der Region investiert, in Unternehmen, in Wohnbaufinanzierungen oder kommunale Projekte. Dieses Geschäftsmodell ist ebenso nachhaltig wie nachvollziehbar. Zudem dient es nicht nur jedem Einzelnen, sondern auch dem regionalen Wirtschaftskreislauf." Bei den Menschen komme das gut an. Unterm Strich bedeutet das: "Die Kunden nehmen unsere Leistungen mehr in Anspruch als jemals zuvor", so Schmid.

Die Zahl der Mitglieder der 14 BZV-Banken stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr von 153.341 auf 155.918; die Zahl der Kunden (rund 300.000) wie auch der Mitarbeiter (rund 1.100) blieben konstant. Dass die Region wirtschaftlich gut dasteht, machte sich auf beiden Seiten der Bilanzen der Volks- und Raiffeisenbanken bemerkbar. So legte das gesamte Kundenvolumen – Kredite, Einlagen und Verbundgeschäft – um 4,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zu.

Als "sehr erfreulich" bezeichnete Schmid das Plus im Bereich Wohnbaufinanzierung. Um starke 18,8 Prozent nahmen die Kredite an Privatpersonen in diesem Bereich zu. 499 Millionen Euro investierten Häuslebauer in den Erwerb, in die Renovierung oder in den Bau selbst genutzter oder vermieteter Häuser und Wohnungen – das waren 79 Millionen Euro mehr als im Jahr 2013. "Der Trend ins Eigenheim ist ungebrochen", sagte Schmid. Verstärkt werde dieser durch die aktuelle Zinssituation, die es auf der einen Seite zwar unattraktiv mache, Geld auf lange Zeit anzulegen. Auf der anderen Seite ermögliche die derzeitige Zinslage aber günstige Kredite. "Wer den Plan verfolgt, eines Tages in den eigenen vier Wänden zu wohnen, sollte ihn jetzt umsetzen", riet Schmid. Vonseiten der Zinssituation "war es noch die ratsamer als jetzt, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen".

Dass Deutschland an sich und die Region Allgäu-Bodensee-Oberschwaben im besonderen wirtschaftlich gut dastehen, zeigt sich auch bei den Unternehmenskrediten. "Allein die gewerblichen Investitionsfinanzierungen legten um 8,2 Prozent auf 370 Millionen Euro zu. Das ist umso erstaunlicher, als dass viele Unternehmen die gute wirtschaftliche Situation nutzen, um Kredite rascher als geplant zurückzuführen." Die Firmen sieht Schmid sehr gut aufgestellt. "Kurzfristige Kreditlaufzeiten sind aufgrund der komfortablen finanziellen Situation vieler Betriebe ebenso gefragt, wie langfristige Investitionskredite."

Die Ertragssituation der Volks- und Raiffeisenbanken ist infolge der starken Zuwächse nach wie vor gut. "Stabile Erträge bilden bei Genossenschaftsbanken die Basis für das Geschäft von morgen", sagte Schmid. "Weder ziehen bei uns Aktionäre Geld ab, noch spekulieren wir wie andere mit einem Großteil unserer Bilanzsumme auf den Weltmärkten." Die Eigenkapitalbasis, die gemäß Aufsichtsrecht nun bei rund 20 Prozent liegt – die EZB fordert von den Banken derzeit lediglich acht Prozent – sei die Voraussetzung dafür, dass die Banken auch in Krisenzeiten robust und selbstständig agieren könnten. "Stabile Banken stärken die Wirtschaft, schaffen indirekt Arbeitsplätze und stützen dadurch indirekt auch die öffentlichen Haushalte", so Schmid.

Die Kommunen, Vereine und Institutionen haben 2014 ebenfalls von der starken Verfassung der Volks- und Raiffeisenbanken profitiert. Fast 16 Millionen Euro an Ertragssteuern, 4,4 Millionen Euro an Dividende und rund eine Million Euro an Spenden- und Sponsoringgeldern flossen durch die Volks- und Raiffeisenbanken in die Region zurück. Nicht zuletzt profitiere die Region auch von 1.100 sicheren Arbeits- und 154 Ausbildungsplätzen.

Mit Blick auf die positiven Geschäftszahlen und die Aussichten auf das gut angelaufene Jahr 2015 verwies Schmid auf die Niedrigzinspolitik der EZB als "den dunklen Fleck am Horizont". Mit immer neuen Tabubrüchen versucht sich die Notenbank als Konjunkturmotor, um der Politik Zeit zu kaufen. Dabei spielt sie mit dem Feuer, so Schmid. "Strukturelle Probleme lassen sich nicht mit monetären Mitteln beseitigen, hier muss die Politik ran", sagte der BZV-Vorstandsvorsitzende. Das zeigt sich am Beispiel Griechenland. "Der Kurs, der von der Regierung in Athen gefahren wird, geht auf Kosten der Steuerzahler, die die Zeche dafür bezahlen müssen."

Als große Herausforderung für die Regionalbanken verwies Schmid abermals auf die Vorgaben, die sich durch die europäische Bankenunion ergeben. Erst vor wenigen Wochen hat es hierzu auch eine Podiumsdiskussion der BZV mit Waldemar Westermayer (CDU), Martin Gerster (SPD) und Agnieszka Brugger (Bündins 90/Die Grünen) gegeben. "Wir müssen als Regionalbanken gemeinsam Flagge zeigen", plädierte Schmid. "Unser Geschäftsmodell basiert auf realen Investitionen und den Bedürfnissen der Menschen in unserer Region. Es kann nicht sein, dass Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen, die nachweislich nicht die Verursacher der Finanzkrise waren, durch die Einführung immer neue Regelungen diejenigen sind, die am Ende der Bankenunion als Verlierer dastehen."

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