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26.12.2014 - Jahresrückblick 2014

Das Jahr 2014 ist wirtschaftlich gesehen gelaufen. Wie es war und wie 2015 wird, fasst Franz Schmid, Vorstandsvorsitzender der Bezirksvereinigung der Volks- und Raiffeisenbanken, in ein paar Statements zusammen.

Bankenunion:
Das Jahr 2014 geht zu Ende, und es ist für die Volks- und Raiffeisenbanken in der Region Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen erfolgreich verlaufen. Die Regulierung wird nicht weniger, auch die europäische Bankenunion, die nach Einführung des Euro der zweitwichtigste Integrationsschritt der EU überhaupt ist, trägt ihren Teil dazu bei. Bei aller Wehmut für uns Banken an der Basis zeigt zumindest die EZB jetzt Flagge und hat nun endlich die Chance, Banken die über die Strenge geschlagen haben, stärker an die Leine zu nehmen.

Stresstest:
Der EZB Stresstest war für die genossenschaftliche Gruppe ein Erfolg, der ihre Stärke und den Zusammenhalt nochmals unter Beweis gestellt hat. Alle teilnehmenden Banken unserer Gruppe haben zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Ergebnisse über ausreichend Eigenkapital verfügt und ein tragfähiges Geschäftsmodell nachgewiesen. Was noch viel wichtiger ist: Die genossenschaftliche Gruppe hat operativ die Kraft, auch weiterhin ihre Erträge zur Stärkung ihrer Substanz zu verwenden, was nicht bei allen Banken der Fall ist.

Sepa:
Der Kraftakt SEPA-Migration erfolgte entgegen anderslautender Erwartungen störungsfrei.

Wirtschaftlicher Ausblick:
Obwohl die deutsche Konjunktur 2014 einige Erwartungen nicht erfüllt hat, und leichte Rückgänge in der Geschäftslage auch im Süden erwartet werden, befindet sich die Wirtschaft in unserer Raumschaft immer noch auf hohem Niveau. Die Unternehmen sind kapitalstark, verfügen über ausreichend Liquidität und sind insgesamt gesehen auf einem guten Weg ins neue Jahr.

Zinspolitik:
Der eigentliche Stresstest steht den Banken erst in einigen Jahren bevor. Die faktische Abschaffung des Zinses durch den EZB-Präsidenten Mario Draghi macht es Banken immer schwerer, in ihrem ursprünglichen Geschäftsmodell auskömmliche Erträge zu erwirtschaften. Vielmehr zwingt Draghi die Banken durch die politisch gesteuerte und gewollte Niedrigzinspolitik in neue Risiken. Bemerkenswert ist dabei, dass Draghi auf der einen Seite die Banken in neue Risiken drängt, sie auf der anderen Seite aber mittels eines Stresstests und der Bankenunion robuster machen soll.

Anlagenotstand:
Eine spannende Frage für 2015 ist, wie die Verbraucher mit der Zinssituation weiter umgehen werden. Die Anleger kommen unter Druck, der Anlagenotstand wird immer größer. Psychologisch ist es erwiesen, dass Menschen, um Verluste zu vermeiden, - bewusst oder unbewusst - höhere Risiken eingehen, und von der gesunden Mischung einer Vermögensanlage abkehren und dabei Risiken zu stark einseitig eingehen.

Inflation:
Für Baufinanzierer bleibt 2015 alles beim Alten. Die Zinsen nur dann merklich, wenn die Notenbankpolitik Draghis erfolgreich ist und die Wirtschaft deutlich angekurbelt wird. Danach sieht es im Moment nicht aus. Abgesehen von kleinen Schwankungen herrscht Ruhe an der Inflationsfront.

Aktien:
Aktien sind für einige bereits der Ausweg aus dem Anlagenotstand, zumal man in den letzten Jahren sehr gut damit gefahren ist. "Dividenden sind der bessere Zins" - so lautet bereits der Slogan einiger Analysten. Wichtig: Bei Aktien werden aber die Gewinne der Zukunft gehandelt, was bedeutet, dass sich die jetzigen Gewinnerwartungen in Zukunft realisieren lasen müssen. Ob sich die Kurse aufgrund des Anlagenotstandes und Renditehungers der Anleger von den Gewinnen der Zukunft in 2015 nach oben abkoppeln werden, bleibt die spannende Frage. Zumindest wird das Lager der Aktienbefürworter durch die Geldpolitik Draghis immer größer. Ein Ende dieses Trends ist derzeit nicht abzusehen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.




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