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14.10.2014 - Land­ärz­te ei­fern den Bau­ern nach

Rechtsform der Genossenschaft gewinnt an Bedeutung

Leutkirch - Der baden-württembergische Genossenschaftsverband wächst. 35 neue Genossenschaften kamen im vergangenen Jahr hinzu. Volksbanken, Molkerei- und Winzergenossenschaften oder Raiffeisenwarenlager gehören zum vertrauten Bild in vielen Dörfern. Nun entdecken aber auch Branchen die Genossenschaft, in denen bisher andere Rechtsformen üblich waren: Pflegeheime, Landarztpraxen, Kindertagesstätten oder sogar Schulen. "Die genossenschaftliche Idee kann ganz neue Dimensionen bekommen", sagte Roman Glaser (Foto: OH), Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), am Freitag in Leutkirch (Kreis Ravensburg).

Es gibt allerdings nicht nur Erfolgsmeldungen bei den Genossen. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes etwa macht vielen der neu gegründeten Energiegenossenschaften zu schaffen. Sie haben mit höheren Vergütungen für die Einspeisung von Ökostrom kalkuliert und sehen sich neuen, bürokratischen Vorschriften ausgesetzt. Die Winzer hoffen nach einigen schlechten Jahren wieder auf reiche Ernte. Genossenschaftlich betriebene Molkereien müssen sich entscheiden, ob sie ihre Produkte - wie im Schwarzwald - regional vermarkten oder ob sie - wie Omira in Ravensburg - den Weltmarkt bedienen. Gerade in Asien sind deutsche Milchprodukte gefragt.

Die größten Sorgen haben die Volks- und Raiffeisenbanken. Sie fühlen sich durch neue Vorschriften gegängelt und verdienen wegen niedriger Zinsen weniger Geld. Glaser: "Auf der Bankenseite macht uns die wachsende Bürokratie große Sorgen." Er geht davon aus, dass die Banken weitere Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre Kosten zu senken. Kleinere Institute etwa könnten Dienstleistungen bei größeren Geldhäusern einkaufen statt alle Aufgaben selbst zu erledigen. Viele Experten prophezeien Zusammenschlüsse kleiner Volksbanken. "Eine Fusion allein macht nicht glückselig. Die Frage ist, welche Strategie dahinter steht", sagte Glaser. Abermals sprach sich der BWGV-Präsident dafür aus, das dichte Netz an Filialen und Geldautomaten beizubehalten.




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