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22.04.2014 - Banken streichen Überziehungszins

Commerzbank-Chef regt Gesetz gegen dauerhafte Dispo-Nutzung an

Von Annika Graf und Steffen Range - STUTTGART (dpa/sz) - Die Sparda-Bank in Baden-Württemberg schafft im Juli die Zinsen für die Überziehung des Dispokredits ab.

Damit streicht abermals eine große Bank diesen Zins, den Verbraucherschützer als Strafzahlung kritisieren. „Der Zusatzzins ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Sparda-Bank-Chef Martin Hettich der Agentur dpa. Ein solches System der Abschreckung passe nicht mehr in die heutige Zeit. Das Geldhaus mit Sitz in Stuttgart ist die größte Sparda-Bank in Deutschland und eines der größten Genossenschaftsinstitute in Deutschland. Sie positioniert sich als Konkurrent zu Direktbanken wie der ING-Diba, macht aber auch Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken Kunden abspenstig. „Wenn es um Girokonten oder Tagesgeld geht, sind die Direktbanken die wichtigsten Wettbewerber“, sagte Vorstandschef Hettich der „Schwäbischen Zeitung“. Europas größte Direktbank ING-Diba hatte kürzlich den höheren Überziehungszins für Girokonten abgeschafft wie einzelne kleinere Banken zuvor auch. Mit dem Überziehungszins sind Zinsen gemeint, die fällig werden, wenn das Konto über den Dispokredit hinaus überzogen wird. Während die Zinsen für den Dispokredit im Schnitt bei knapp zehn Prozent liegen, muss man laut Experten für die Überziehung des Dispos mit einem Zinssatz von durchschnittlich über 14 Prozent rechnen.

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, fordert ein Gesetz gegen die übermäßig lange Nutzung des Dispokredits durch Bankkunden. Blessing sagte der „Bild“-Zeitung: „Ich finde ein Gesetz gegen das dauerhafte Nutzen des Dispokredits sinnvoll, quasi eine Dispo-Nutzungsbremse.“ Niemand sollte dauerhaft im Dispo sein, so der Commerzbank-Chef. „Es gibt günstigere Kredite.“

Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, dass die Banken verpflichtet werden sollen, Kunden mit einem überzogenen Konto zu warnen und gegebenenfalls günstigere Alternativen anzubieten.




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