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18.07.2012 - Für Netzausbau ist mehr Geld nötig

dena-Chef Stephan Kohler: Energiewende ist technisch und finanziell möglich friedrichshafen (sz) - Um die Energiewende im Allgemeinen sowie die Windkraft und den Netzausbau im Besonderen ging es diese Woche bei der Volksbank Friedrichshafen. Auf Einladung der genossenschaftlichen Bezirksvereinigung Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen (BZV) sprach Stephan Kohler, Chef der halbstaatlichen Energieagentur dena, vor den Vorständen der Volksund Raiffeisenbanken in der Region. Er bestärkte die Regionalbanker in ihrem Bemühen, in Sachen Energiewende Vorreiter zu sein und sowohl die Photovoltaik wie auch die Windenergie durch Investitionen und Kredite voranzutreiben. "Wenn wir die ehrgeizigen Ziele erreichen wollen", so der Experte, "dann müssen wir heute anfangen". Wenn der Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergie-Verbrauch bis 2050 auf 60 Prozent steigen soll, stehe der deutschen Wirtschaft eine Investitionswelle im hohen zweistelligen Milliardenbereich bevor. Als Hauptenergieträger kämen künftig letztlich nur Wind und Sonne infrage, sagte Kohler, "wobei man nicht vergessen darf, dass es nachts dunkel ist". Von Nachrichten über energieautarke Gemeinden dürfe man sich nicht blenden lassen. "Wie viele Haushalte ein Kraftwerk mit Strom versorgt, ist nicht so wichtig. Denn der meiste Strom wird in der Industrie - 47 Prozent - und im Gewerbebereich - 23 Prozent - verbraucht", so Kohler. "Theoretisch können wir heute schon so viel Strom produzieren, wie wir brauchen. Aber eben nur dann, wenn die Sonne scheint und der Wind bläst." Weil das nicht immer der Fall sei, müssten riesige Überkapazitäten geschaffen werden, um Spitzen abzudecken. Kritik übte Kohler an dem massiven Ausbau von Windkraftstandorten im Norden, wo zwar der Wind bläst, aber wenig Strom verbraucht wird. Vor allem der Westen und Süden seien aber die Stromfresser. Daher müssten einerseits vor Ort Windanlagen gebaut, aber auch der Trassenbau fortgesetzt werden. "Aber das geht nur schleppend voran", monierte er. Stephan KohlerFoto: pr


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